Sola-Gratia-Verlag

Buchdeckel

Martin Luther:

Großer Katechismus

Im Jahr 1982 über­trug Prof. Dr. Detlef Lehmann Luthers Großen Katechis­mus in heutiges Deutsch. In dieser Fassung liegt die luthe­rische Bekenntnis­schrift aus dem Jahre 1529 nun auch als E-Book vor. Ein Anhang, verfasst von Prof. Dr. Werner Klän, zeigt mit großer Gelehr­samkeit auf, aus welchen inhalt­lichen Gründen Luther sowohl den Großen als auch den Kleinen Katechis­mus so gegliedert hat, wie wir ihn kennen.

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Print-Ausgabe

Oberurseler Hefte 18/19, 144 Seiten
Luth. Theolo­gische Hoch­schule Ober­ursel
Alt­könig­str. 150, 61440 Ober­ursel
PREIS 4,00 Euro

LESEPROBE:

Nachdem wir nun das richtige Verständnis des Sakramentes und die richtige Sakraments­lehre dargelegt haben, ist wohl auch eine Ermahnung und Ermunterung nötig, dass man solch einen großen Schatz, der täglich in unserer Mitte ist und unter uns Christen ausgeteilt wird, nicht einfach unbeachtet lassen soll. Wer ein Christ sein will, soll bereit sein, das hochwürdige Sakrament oft zu empfangen. Denn wir sehen, dass die Haltung dem Sakrament gegenüber bei vielen nachlässig und träge ist. Die Zahl derer ist sehr groß, die zwar das Evangelium hören, die aber, weil das Papsttum mit seinem Zwang, seinen unnützen Zeremonien und Geboten bei uns abgeschafft ist, nun ein, zwei, drei oder noch mehr Jahre ohne Sakrament dahinleben. Als seien sie so starke Christen, die das Sakrament nicht nötig hätten. Einige haben sich dadurch abhalten und abschrecken lassen, weil wir gelehrt haben, dass niemand zum Sakrament gehen soll, ohne Hunger und Durst zu verspüren und von ihnen getrieben zu werden. Andere behaupten, die Teilnahme am Sakrament sei jedem frei­gestellt und sei nicht notwendig; es genüge, wenn man einfach glaube. Und so kommt es dazu, dass sehr viele ganz roh werden und schließlich beides verachten, sowohl das Sakrament als auch das Wort Gottes. Nun ist wahr, was wir gesagt haben, dass man keinesfalls jemand bedrängen noch zwingen soll, das Sakrament zu empfangen, damit es nicht wieder zu einer neuen Seelen­mörderei komme. Aber das soll man wissen, dass jene Leute, die sich so lange Zeit vom Sakrament fernhalten, nicht als Christen anzusehen sind. Denn Christus hat es nicht deswegen eingesetzt, damit man eine Feier zum Zuschauen daraus mache, sondern er hat seinen Christen geboten, dass sie es essen und trinken und seiner dabei gedenken sollen.

Diejenigen, die in Wahrheit Christen sind und das Sakrament teuer und wert halten, werden sich wohl selber zu ermuntern wissen; sie werden ohnehin zum Sakrament kommen. Doch um der weniger Unter­richteten und im Glauben schwachen Christen willen, die aber doch gern Christen sein möchten, wollen wir ein wenig davon reden; sie sollen dadurch desto mehr veranlasst werden, über den Grund und die Notwendig­keit nach­zudenken, die sie bewegen soll, das Sakrament zu empfangen. Auch in andern Dingen, die den Glauben, die Liebe und die Geduld betreffen, genügt es ja nicht, allein zu lehren und zu unter­richten, sondern man muss auch täglich ermahnen. Ebenso ist es auch hier nötig, nicht im Ermahnen nach­zulassen, damit man nicht nachlässig und des Sakramentes überdrüssig werde; denn wir wissen und spüren es, wie der Teufel sich dem Sakrament und allem Christ­lichen stets widersetzt und, soweit er‘s vermag, Menschen davon abzubringen sucht.