Sola-Gratia-Verlag

Buchdeckel

Wolfgang Hörner:

Der Grund des Glaubens

Die Heilige Schrift und die Recht­fertigung des Sünders als Fundamente des christlichen Glaubens

Diese Arbeit befasst sich mit dem reforma­torisch‑luthe­rischen Verständnis von der Heiligen Schrift und der Recht­fertigung des Menschen vor Gott. Bei diesen beiden Themen geht es um das Herzstück des christlichen Glaubens; jeder Christ sollte sich mit ihnen befassen. Daher stellt Wolfgang Hörner diese Themen ausführlich und allgemein­verständlich dar und beleuchtet einige Zusammen­hänge. Er belegt alles gründlich aus der Bibel und dokumentiert im Anhang, dass grundlegende Erkenntnisse der Reformation schon in frühen Kirchen­väterschrif­ten zu finden sind. Der Verfasser behandelt auch Einwände, die von römisch-katholischer Seite vorgebracht werden. Zudem werden weniger bekannte Unterschiede zu Auffassungen aufgezeigt, denen man in der protestan­tischen Welt begegnet.

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Print-Ausgabe

Buch, 90 Seiten, broschiert
versandkostenfrei bei L. Wilkens (s. Kontakt)
PREIS 6,00 Euro ISBN 978-3-9818561-2-5

LESEPROBE:

Luthers bekannte Frage „Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?“ wird heute kaum noch gestellt. Das liegt daran, dass heute ein ganz anderes Menschen‑ und Gottesbild vorherrscht als damals. Der Mensch wird heute meistens nicht fehlerlos, aber als im Kern gut gesehen. Gott ist heute im Bewusstsein vieler Menschen wenig präsent, oft wird sogar die Existenz eines persönlichen Gottes bezweifelt. An die Stelle des biblischen Gottes treten immer mehr andere Dinge, etwa Materialis­mus, Hedonismus, Egoismus, eigene Macht oder Gesund­heitskult, an welche immer mehr Menschen ihr Herz hängen (vgl. 1. Kön. 15,3). Daher kommt dem modernen Menschen wenig in den Sinn, dass er womöglich vor Gott nicht bestehen oder von ihm bestraft werden könne. Der „liebe Gott“ werde sicherlich über kleinere Ausrutscher hinwegsehen. Selbst menschliche Gerichte würden harte Sanktionen ja nur für ernsthafte Verbrechen verhängen. Man müsse eher umgekehrt fragen, warum Gott so viel Leid in der Welt zulasse und er sich scheinbar aus der Welt zurück­gezogen habe. Damit liegt heute die umgekehrte Frage näher: Wie bekommt Gott ihm gnädige Menschen? Aber es ist nicht der allmächtige Gott, der sich vor den Menschen verantworten muss, sondern umgekehrt die Menschen vor Gott, weil diese seine Geschöpfe sind. Wenn Christus am Jüngsten Tag zum Gericht wiederkommt, wird sich kein Mensch aus dieser Ver­antwortung herausreden können. Da die Schöpfung auf ihren Schöpfer weist, „weiß“ jeder um Gott (vgl. Römer 1,19‑21). Dieses „Wissen“ kann allerdings ins Unter­bewusstsein verdrängt sein. Zudem ist dem Menschen auch Gottes Gesetz ins Herz geschrieben, sodass ihm grund­sätzlich bewusst ist, was Gott von ihm verlangt (vgl. Römer 2,14‑16). Dabei hilft ihm auch das Gewissen. Dieses meldet sich, wenn er Unrechtes tut – mal mehr, mal weniger zuverlässig...

Wenn Gott der Schöpfer ist, gegenüber dem wir mit unserem Leben verant­wortlich sind, dann ist Luthers Frage existenziell wichtig, dann müssen wir uns fragen, wie wir vor Gott bestehen können. Denn durch die Bibel, Gottes Wort, können wir noch klarer als durch unser Gewissen erkennen, dass wir Gottes Anspruch nicht genügen, ja sogar völlig verfehlen (vgl. Römer 3,9‑20). Weil Gott heilig und gerecht ist, kann er auch nicht einfach über die Sünde der Menschen hinwegsehen, sondern jeder Mensch wird sich am Jüngsten Tag vor Gott verantworten müssen (vgl. 2. Kor. 5,10). Diese Aussicht ist zunächst schrecklich, denn niemand ist in der Lage, Gottes Ansprüchen gerecht zu werden, egal wie er sich anstrengt. Diese Erkenntnis trieb Luther als Mönch in Ver­zweiflung: Er hasste Gott, weil er ihn nur als strengen und zornigen Richter sah, dem man nichts recht machen kann.

Schließlich erkannte Luther aber im Römerbrief, dass Gott alles getan hat, um die Menschheit aus dieser ausweglosen Situation zu retten. Er tat es, indem sein Sohn Jesus Christus Mensch wurde, dieser an unserer Stelle stell­vertretend das Gesetz vollständig erfüllte und stell­vertretend für alle Menschen aller Zeiten Gottes Zorn und Strafe am Kreuz auf sich lud. Durch die leibliche Auferstehung Jesu Christi hat Gott bestätigt, dass er das Opfer seines Sohnes angenommen hat. Dies alles tat Gott nicht wegen irgendetwas Gutem in den Menschen, sondern aus bedingungs­loser Liebe, allein aus Gnade („sola gratia“). Durch den Glauben nimmt der Mensch das allein durch Christus („solo Christo“) erworbene Heil für sich in Anspruch. Ohne Christus kann niemand gerettet werden. Den Glauben wirkt Gott im Menschen allein durch sein Wort („solo verbo“), durch die Heilige Schrift. Nur durch die Bibel können wir Klarheit über Aussagen des Glaubens gewinnen („sola scriptura“). Der recht­fertigende Glaube vertraut alleine auf Christus und die von ihm erworbene Erlösung, nicht auf eigene Werke („sola fide“), weil ein eigener Beitrag zur Erlösung aus­geschlossen und Christi Erlösungs­werk vollständig ist.